Um das Blog wieder zu beleben erst mal eine Altlast (besteht aus einem von mir verfassten und im Golem-Forum veröfffentlichten Text. Leicht überarbeitet und angepasst. Hauptsächlich bis auf kleine Korrekturen in kursiv.):
Eigentlich wollte ich nichts zu dem Film schreiben. Aber die Hater... Verteidigen was Erfolg hat? Wozu?
Vorwürfe man stehe nur auf seichte Action: Den anderen vorwerfen, sie könnten nicht entspannt Spaß haben.
1. Nennt mir eine Story, die es nicht schon gab. Wie hat es mal jemand ausgedrückt: "Es gibt nur 2 Arten von Geschichten. a) Jemand kommt aus der Fremde; b) Jemand geht in die Fremde. Und dies sind nur Kehrseiten der selben Medallie."
1.1 Da weise ich gerne auf die Bücherverluste der Spätantike hin. Vermutlich war vor 2000 Jahren schon alles erzählt. Wir haben es nur verloren.
2. Ich kannte und kenne Pocahontas nicht. So wird es auch vielen anderen gehen. In den USA vielleicht ein paar weniger, da das wohl einer der Gründungsmythen des Landes ist, aber 2/3 der Besucher stammen von außerhalb der USA.
2.1 Vielleicht findet es das US-Publikum vielleicht gerade interessant einen ihrer Gründungsmythen transponiert wieder zu Gesicht zu bekommen.
2.2 Das Ende unterscheidet sich schon, oder?
3. Story besteht nicht nur aus den Eckpunkten des Plots. Es gibt so viel mehr drumherum. Zum Einen, wie die Eckpunkte ausgefüllt werden, zum anderen was abseits davon noch passiert. Im Hintergrund oder nur angedeutet wird. (Wie liefen die ersten Kontakte ab, was steckt hinter dem Raumflug, wie sieht die Erde aus, die Schule der Menschen bei den Navi, andere Navi-Völker...)
4. Gut, gestalten wir die Story hochkomplex, noch ein paar Liebschaften. Ein wenig Konkurrenz. Verrat. Dann gibt es 3 Möglichkeiten. a) Alle Jubeln. Geiler Film mit Super Story. b) Es wird genörgelt, viele Elemente der Story seien Füllelemente und schlecht umgesetzt oder unglaubhaft. c) Es wird genörgelt die Story sei zu verworren und bei der Action garnicht nachvollziehbar.
Was nun am wahrscheinlichsten ist könnt ihr euch selbst denken. Ich vermute eine Kombination aus b und c.
Filme. Filme sehe ich zur Erbauung. Verkopftes Zeug schau ich tatsächlich nicht an. Meist behandeln diese Themen, die mich nicht interessieren oder von denen ich nichts wissen will. (Ja, das gibt es.) Wenn ich etwas hoch komplexes möchte greife ich meist lieber zum Buch. Da kann ich unter Anderem zurückblättern.
Total Recall kenne ich übrigens. Der Stoff ist von Dick. Lese ich gerne.
(Ich glaub der, auf den ich geantwortet habe, wollte mich als Fan seichter Action darstellen und hat deshalb Total Recall angeführt um mich sanft an etwas anspruchsvollere Kost heranzuführen. Ist immer lustig, wenn man auf Grund eines einzelnen polemischen Posts von anderen in eine Schublade gesteckt wird.)
Nun nochmals: Wenn du nicht schon hunderte bis tausende Geschichten gehört, gesehen und gelesen hättest, würdest du es dann nicht als Wendung empfinden, wenn ein Soldat für die Liebe sein Volk verrät? Obwohl er nur über eine Verkleidung überhaupt den anderen angehören kann?
Ist es keine Wendung, wenn ein fremder, ein Feind zum Anführer wird?
Ist es nicht spannend, wenn der "Held" mit dem eigentlich Bräutigam seiner Schnecke auf Leben und tot kämpft?
In meinem Text fehlte übrigens noch der 5. Punkt. Fiel mir beim Schreiben nicht mehr ein, jetzt weiß ich es aber wieder: "Story ist nicht alles." Gerade einen Film macht auch mehr aus als die Story. Sonst könnte man ein Buch lesen. Dazu gehört Der Ton, das Bild und auch die Effekte, die in beidem vorkommen. Hinzu kommt auch die ikonische Dimension. Viele Schauen Filme gerade wegen der Schauspieler die sie kennen und schätzen (ihr Aussehen und auch ihr Spiel) gelernt haben.
Vielleicht haben die Meisten nur ihr inneres Kind verloren?